Eineinhalb Wochen lang Höllenritte! – Teil 2

Klitmøller 2016Fünf Surftage steckten schon in unseren Knochen und das Spektakel sollte noch einige Zeit so weitergehen. Der Westwind ballerte weiter aus allen Rohren und lieferte so die perfekten Bedingungen für erstklassige Action auf dem Wasser.

Die Wellen wurden in der Zwischenzeit noch aggressiver und so passierte es mehr als einmal, dass man über eine relativ kleine 2-3-Meter-Welle hinwegsurfte, nicht sah was hinter ihr kam und direkt dahinter ein 4-5-Meter-Monstrum auf einen wartete und genau über einem brach. Gut wenn man dann lange die Luft anhalten kann und ruhig bleibt. 😉 Leider lädierte ich an diesem sechsten Surftag in Hanstholm mein Board ziemlich und so war die Session deutlich kürzer als geplant. Abends wurde dann zwangsweise eine Bastelstunde eingelegt und das Board für den nächsten Tag wieder fit gemacht.

Denn immerhin hatten wir die Woche noch nicht überstanden: Weiterer Wind kündigte sich an und mit Blick auf teilweise blutig gesurften Hände wünschte man sich etwas Erholung. Doch die Natur kannte keine Gnade und da wir natürlich auch keinen Tag auslassen wollten, ging das Schauspiel weiter.

Mit geflickten Board ging es tags darauf bei schon fast entspannten 20 Knoten wieder aufs Wasser. Bis zu drei Meter Wellen, warmes Wasser und strahlender Sonnenschein…dass es in München gerade einmal regnerische 14° Celsius hatte, machte das ganze nur noch besser.

Klitmöller 2016

Nach insgesamt sieben Surftagen war (endlich!) mal kein Wind vorhergesagt. Also mein nigelnagelneues SUP ins Auto gepackt und ab nach Hanstholm…doch dann der „Schock“! Es hatte Wind! Schon fast widerwillig zog ich mein 6.4er auf und schnappte mir jede Welle die noch ging. Da die Muskeln noch von den Vortagen brannten, war an SUPen im Anschluss kaum mehr zu denken.

Mittlerweile steckten 8 Surftage und fast 22 Surfstunden bei teils atomaren Bedingungen in unseren Knochen. Die Muskeln brannten und die ersten Gelenke zeigten Ermüdungserscheinungen. Die Ellbogen rebellierten mittlerweile von der permanenten Belastung und strahlten dermaßen in die Arme aus, dass ich meine Hände teilweise kaum mehr bewegen konnte.

Auch die nächsten Tage waren mit teils stürmischen Bedinungen vorausgesagt. Und wieder nutzte man jede Kraftreserve des Körpers und surfte bis zur körperlichen Erschöpfung. Erholung? Weit gefehlt!!!

Klitmøller 2016Besonders hart wurde es am Samstag: Nach knapp 2.5 Stunden auf dem Wasser, gut angeblasen und teilweise überpowert mit 4.7 Quadratmetern, drehte der Wind nochmal ordentlich auf und blies das Riff von Klitmøller im wahrsten Sinne des Wortes leer. Während sich die gesamte Meute auf den Weg nach Hanstholm machte, stellte ich mich – zusammen mit gerade einmal einem weiteren Surfer – den mittlerweile fast masthohen Brechern in der Bucht. Eine Stunde später waren sämtliche Akkus (nicht nur der Kameras) leer und selbst das Ausparken passierte nun nur noch in Zeitlupe und unter Zuhilfenahme der letzten Kräfte, beziehungsweise von Stefan.

Die große Tube Voltaren machte sich mittlerweile bezahlt und Stefan und ich sammelten die Kräfte für den letzten Tag Wind.

Klitmöller 2016Wieder einmal begrüßten uns Sonnenschein, warme Temperaturen und entspannter Wind für das 5.5er-Segel in Hanstholm. Während ich erst einmal mein Mittagessen verschlang, zog es Stefan sofort aufs Wasser. Einige Monkey-Jibes später war klar: Stefan hatte richtig Spaß und so riggte auch ich mein Segel wieder auf. Der Wind war wirklich entspannt und die teils schulterhohen Wellen war sehr einfach zu erwischen. Perfekt also für einen gelungenen Surftag. Doch leider rächte sich nun mein Körper endgültig und stellte seinen Dienst aprupt ein. Die Ellbogen meldeten sich wieder, machten das Segelhalten zu einer reinen Qual und die Hände verkrampften. Nicht mal eine Stunde auf dem Wasser und frustriert musste ich aufgeben.

Sollte es dies nun also gewesen sein? Zehn legendäre Tage Wind so zu beenden? Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und beim Blick auf die Windvorhersage ergab sich für den kommenden Tag eine kleine Chance auf Wind…den entsprechenden Elan unsererseits vorausgesetzt.

Ob daraus was geworden ist, erfahrt ihr in einem extra Artikel. Bleibt gespannt! Alle Bilder von diesen legendären Tagen gibt es natürlich auch in unserer Galerie!

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