Testbericht Point-7 Salt Campello LTD 2016

An das, was Ricardo Campello mit dem Point-7 Salt Campello LTD 2016 anstellt, komme ich bei Weitem nicht heran. Nichtsdestotrotz habe ich das Point-7-Segel genau unter die Lupe genommen und getestet. Lest weiter und erfahrt, ob das Point-7 Salt Campello LTD 2016 nicht nur für absolute Cracks, sondern auch das richtige Segel für einen „Otto-Normal-Windsurfer“ ist.

Die Testbedingungen

Getestet habe ich das Segel in Puzziteddu auf Sizilien. Der Wave-Spot lieferte mit Wellen zwischen einem und drei Metern ideale Bedingungen von side-on bis side-off. Gefahren habe ich das Point-7 Salt Campello LTD 2016 in den Größen 4.0, 4.5 und 4.8. Das 4.8 habe ich bei einigen Vento-Sessions in Malcesine zudem bezüglich der Flachwasser- und Freestyle-Eignung getestet.

Die Optik

Point-7 Salt Campello LTD 2016Wer sich für ein Point-7 entscheidet, sollte seiner Sache sehr sicher sein, denn nicht auffallen kann man mit den Segeln nicht. Das ein oder andere Auge wird somit sicherlich immer auf euch gerichtet sein! Das aggressive Schwarz des Point-7 Salt Campello LTD 2016 gepaart mit den Nationalfarben von Campellos Wahlheimat Venezuela erzeugt eine stimmige und dynamische Optik.

Nettes Gimmick: Auf dem Achterliek ist der sogenannte „Quick Extension Guide“ aufgedruckt, der euch die optimale Länge der Mastverlängerung anzeigt. Nett, aber gebraucht habe ich es ehrlich gesagt nicht wirklich. Warum, dazu später mehr!

Die Bauweise

Die Signature-Version von Ricardo ist noch leichter als die Basis-Version des Point-7 Salt. Das X-Ply-Fenster machte Platz für ein Monofilm-Fenster, das Vario-Top musste weichen und leichtes „XXX Black Laminat“ wurde für das restliche Segel verwendet. Damit wurde das Segel zum Leichtgewicht. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass das Segel für den Einsatz in der Welle zu leicht und somit zu anfällig designt wurde.

Somit kann man sagen: Die Basis-Version ist als „Heavy-Duty“-Version für Waveeinsteiger designt, während die leichte Campello-Edition den amibtionierten Waver anspricht.

Easy To Rig

„Easy to rig“, also wie leicht ein Segel aufzuriggen ist, ist für mich immer von entscheidender Bedeutung. Schließlich habe ich keine Lust eine gefühlte Ewigkeit damit zu verbringen, mein Segel aufzubauen und zu trimmen. Und genau hier hat das Point-7 Salt Campello LTD 2016 eindeutig das größte Verbesserungspotential. Sowohl die Angaben der Mastverlängerung als auch die Längenangaben für den Gabelbaum stimmen nur grob. Teilweise musste ich von den Herstellerangaben um bis zu sechs Zentimeter abweichen. Dies ist in meinen Augen inakzeptabel, da nicht jeder Surfer so ein Segel-Gespür hat auch mit falschen Herstellerangaben den richtigen Trimm zu finden.

Zum Glück macht man den Fehler mit den falschen Längenangaben nur einmal! 😉

Zudem hatte ich bei allen Segeln Probleme, den Mast im Top richtig einzufädeln, da der Pin immer wieder kreuz und quer im Masttop hing.

Die Fahrweise

Beim Testen des Point-7 Salt Campello LTD 2016 habe ich vor allem auf folgende Kriterien geachtet:

  • Beschleunigung, Durchgleiten und Top-Speed
  • Handling
  • On und Off in der Welle
  • Flachwasser- und Freestyle-Eignung

Beschleunigung, Durchgleiten und Top-Speed

Point-7 Salt Campello LTD 2016Eins vorweg: Der Fokus beim Point-7 Salt Campello LTD 2016 liegt eindeutig beim Handling und der Neutralität in der Welle. Somit darf man hier keine Rakete erwarten. Dennoch muss ich hier dem Surf-Magazin, die dem Segel eine schlechte Gleitleistung attestierten, deutlich widersprechen. Das Segel gleitet, etwas Aktivität von Seiten des Fahrers vorausgesetzt, gut an und erreicht auch zügig eine Geschwindigkeit, die einen in den zweiten oder dritten Stock katapultieren kann. Von einer schlechten Gleitleistung habe ich nie etwas gespürt. Lediglich beim Durchgleiten hat das Point-7 Salt Campello LTD 2016 – wie alle Vier-Latter – das Nachsehen gegenüber gleich großen Fünf-Lattern.

Handling

Beim Handling hingegen spielen die Vier-Latter ihren Vorteil ganz klar aus. Und so liegt auch das  Point-7 Salt Campello LTD 2016 leicht in der Hand und lässt sich auch überpowert gut kontrollieren. Das Segel ist sehr druckpunktstabil, was die Kontrolle zusätzlich erleichtert. Genau das erwarte ich mir von einem Spitzen-Wavesegel, will man doch nicht die ganze Kraft damit verschwenden, sein Segel zu bändigen.

On und Off in der Welle

Das On und Off drückt die Neutralität eines Wavesegels aus. Dies bedeutet, wie gut man beim Wellenabreiten den Druck aus dem Segel nehmen oder wieder aufbauen kann.Das ist für schnelles, flüssiges Wellenabreiten elementar!

Um ehrlich zu sein: Ich habe bisher kein Wavesegel gefahren, dass sich vor der Welle so leicht neutral stellen hat lassen, wie das Point-7 Salt Campello LTD 2016. Ein wahrer Traum! Zu Beginn eines Turns sorgt das Segel nochmal für ordentlich Speed, ehe es sich ohne Zicken neutral, also drucklos, stellen lässt. Nach dem Cutback baut sich dieser ohne jede Verzögerung wieder auf, so dass man nie den nötigen Speed und Zug nach vorne verliert. Besser geht es nicht!!!

Flachwasser- und Freestyle-Eignung

Die meisten Windsurfer, so wie ich, haben leider nicht immer traumhafte Bedingungen mit meterhohen Wellen. Daher ist es mir wichtig, dass die Segel auch abseits ihres natürlichen Einsatzbereichs tadellos funktionieren. Auch hier schlägt sich das Point-7 Salt Campello LTD 2016 sehr gut. Das einmalige On und Off erleichtert die Segelkontrolle bei schwierigeren Freestyle-Tricks, lediglich das letzte Quäntchen Beschleunigung fehlt etwas. Somit stellt das Wave-Segel eine gute Alternative zu reinen Freestylesegeln für alle Gelegenheits-Freestyler dar.

Auch beim Heizen bei Starkwind muss sich das Segel nicht verstecken. Das Point-7 Salt Campello LTD 2016 ist zwar nicht das schnellste Pferd im Stall, doch das enorm gute Handling sorgen auch für sorgenfreies Surfen bei Kabbelwasser bei 30 Knoten und mehr.

Mein Fazit zum Point-7 Salt Campello LTD 2016

Point-7 Salt Campello LTD 2016Das Segel sieht nicht nur geil aus, sondern fährt sich auch so!!! Dabei spricht das Segel in meinen Augen vor allem Fortgeschrittene an, die in der Welle genau wissen was sie tun. Genau die bekommen mit dem Point-7 Salt Campello LTD 2016 ein Segel, dass sich butterweich durch jeden Turn führen lässt und jede Menge Spaß garantiert. Auch für Surfer, die nie in Wellen unterwegs sind und ein gutes Starkwindsegel suchen, sind mit dem Salt bestens bedient. Wird das Aufriggen in den kommenden Generationen auch noch leichter, hat man mit dem Point-7-Segel einen guten und langjährigen Begleiter.

Mehr Informationen zum Segel bekommt ihr auf der Point-7-Homepage.

 

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